Muttertag
Quelle: Freepik

«Muttersein» kennt kein Alter

Mama bleibt Mama, egal, wie alt man ist, die Verbindung zwischen Mutter und Kind bleibt lebenslang bestehen. Natürlich verändern sich die Umstände im Laufe der Zeit, doch zeigt uns nebst der geistigen Verbundenheit auch die Medizin auf, dass Mutter und Kind genetisch tief verbunden bleiben. Während der Schwangerschaft wandern Zellen des Kindes über die Plazenta in den Blutkreislauf der Mutter und siedeln sich in Organen wie Herz und Gehirn an und können dort ein Leben lang verbleiben. Die Zellen des Kindes werden demnach Teil des mütterlichen Gewebes.

Seit 1930 gibt es am zweiten Maisonntag den «Muttertag» in der Schweiz. Ein Anlass, um seiner Mutter auf vielfältige Art und Weise Dank auszusprechen für all das, was die Mutter für ihr Kind tut und auch bedeutet. Dieser profane Gedenktag passt durchaus auch in unseren religiösen Kontext. Besonders in der katholischen Kirche steht auch die Mutter Jesu im Fokus. Im Johannesevangelium (19, 26 f.) lesen wir, wie sich Jesus vom Kreuz aus seiner Mutter Maria zuwendet mit den Worten: «Frau, siehe, dein Sohn!» und zu seinem Jünger: «Siehe, deine Mutter!». Zum einen geht es darum, dass Jesus Maria versorgt wissen will, zum anderen gründet sich hier eine neue geistig-familiäre Verbundenheit zwischen Maria und der Jüngerschar Jesu, die bis heute anhält, indem viele Gläubige im Gebet Maria als Mutter verehren und ihren mütterlichen Trost und Hilfe erbitten. Maria gilt für viele gläubige Menschen als mütterliches Vorbild, welche zu liebevollen und geduldigen Beziehungen inspiriert, geprägt von bedingungsloser Liebe, Loslassen, Vertrauen und ewiger Verbundenheit.

Möge uns der «Muttertag» demnach ein Anlass sein, um einerseits den persönlichen Dank an unsere Mutter zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig allen Müttern ein Anlass, ihr «Muttersein» im Vorbild der Mutter Maria zu reflektieren.

Diana Schneider, Theologin