Pfingst-Novene
Eine Novene ist ein Neun-Tage-Gebet. In der katholischen Tradition beten Gläubige eine Novene bei grossen Anliegen.
Es gibt inzwischen viele Arten von Novenen. Der Ursprung aller Novenen ist aber die Pfingst-Novene. In der Apostelgeschichte (Apg 1,14) lesen wir: «Sie alle (die 11 Apostel) verharrten dort (im Obergemach in Jerusalem) einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.» Es sind die Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten– neun Tage des einmütigen Gebetes.
Wir können annehmen, dass es vor allem ein Gebet um den Heiligen Geist war, den Jesus den Seinen verheissen hatte.
Beten– sogar neun Tage intensiv beten – bringt ein Doppeltes zum Ausdruck: Einerseits die Tatsache, dass wir Menschen unsere Grenzen und Bedürftigkeit haben, und andererseits den Glauben, dass Gott selber uns reich beschenken kann.
Die junge Kirche damals vor Pfingsten war sehr verunsichert, wie es jetzt weitergehen würde, nachdem Jesus in den Himmel zurückgekehrt war. Sie kannte zwar die Sendung des Sohnes Gottes und auch den Auftrag an seine Jünger und Jüngerinnen, diese Sendung weiterzuführen: das Reich Gottes verkünden, die heilsame Liebe Gottes leben und das Gedächtnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi zu feiern. Nur war das nicht ganz ungefährlich!
Der Heilige Geist bewirkte an Pfingsten, dass die Jünger freimütig in die Öffentlichkeit traten und den lebendigen Jesus Christus bezeugten.
Die grossen Anliegen im Jahre 2026 sind uns gut bekannt: Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Frieden, weil jeder Krieg Not, Leiden und Tod hervorbringt. Gerechtigkeit, weil Unrecht immer die Kleineren und Schwächeren am meisten trifft. Und Bewahrung der Schöpfung, weil ihre menschenverursachte Schädigung und Zerstörung ein Affront gegen den Schöpfer, gegen die Nächsten/die Menschen und gegen uns selber ist.
Es lohnt sich auf jeden Fall, in diesen Tagen eine Novene für die Menschheit und ihre/unsere Anliegen zu beten.
Pius Troxler, Pastoralraumpfarrer